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Meine Begegnung mit Gott (Teil 3)

Ich weinte Tag und Nacht. Wochenlang.

Aus Dankbarkeit, weil ich mir plötzlich bewusste wurde, dass Gott mich liebte.

Aus Schuldgefühlen, weil ich es war, die den Tod verdiente. Nicht Jesus.

Aus Scham, weil Jesus dies alles auf sich genommen hatte für mich – und ich trotzdem noch vor Ihm weglief.

Ich war bereit für einen Neuanfang. Ich wollte einen Neuanfang. Gott liebte mich! Das Leben hatte plötzlich wieder einen Sinn für mich.

Ich schrieb meinen Eltern den längsten Brief den ich je geschrieben habe. Sieben Seiten lang. Ich schrieb von Dingen, die ich bereute. Von Dingen, die mir schon sehr lange das Gewissen schwer machten. Ich bat um Vergebung.

Ich bat auch bei Gott um Vergebung, und bat Ihn, in mein Leben zu kommen und mein Herz zu reinigen.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren, konnte ich mit einem Lächeln auf den Lippen einschlafen und wieder aufwachen. Ich hatte Vergebung gefunden. Gott hat mir vergeben. Es gibt keine einzige Sünde, für die Er nicht gestorben ist.

Nachdem ich Frieden mit Gott geschlossen hatte, hat es einige Zeit gedauert, bis ich auch Frieden mit mir selber schließen konnte.

Ich wusste, Gott hat mir vergeben, aber es hat einige Anstrengung gekostet, mir selber zu vergeben. Ich musste mir eingestehen, dass ich von mir selber immer etwas Besseres erwartet habe. Ich konnte nicht glauben, dass ich all diese Dinge getan hatte. Ich war zu stolz zu erkennen, dass ich tatsächlich in der Lage dazu war.

Erst nachdem ich mir selber verzeihen konnte und Frieden geschlossen habe mit meiner Vergangenheit und meiner Person, habe ich Befreiung gefunden.

Das Bibellesen hat bei mir alles verändert. Gott hat durch sein Wort zu mir gesprochen und ich bin Ihm begegnet.

Mein ganzes Leben hat sich dadurch verbessert. Meine Beziehung zu meiner Familie und anderen Menschen hat sich schlagartig geändert. Ich hatte auf einmal viel bessere Noten in der Schule. Ich kann Nachts wieder schlafen und habe keine Angst vor dem Tod.

Ich weiß, dass Gott mir die Sünden vergeben hat und ich muss nicht mehr aus eigener Kraft und Anstrengung versuchen, Ihm zu gefallen. Er liebt mich, ganz egal was ich angestellt habe.

Und ich liebe Jesus, weil Er mir das tolle Leben geschenkt hat, das ich jetzt führen darf. Ich will für Ihn leben, nicht weil es Kirchenregeln verlangen, sondern weil ich es will! Gott hat sein Leben für mich gegeben und das Mindeste was ich für Ihn tun kann, ist Ihm mein Leben zu geben.

Vergebung kann alles ändern. Dieses Wort macht aus Tod – Leben, aus Verzweiflung – Freude.

Schmuck statt Asche. Jesaja 61,3

Gott hat die Asche meines Lebens, in Seine Hände genommen und etwas Wundervolles daraus geformt. Es gibt Vergebung! Es gibt wahres Glück! Und es steht Jedem zu, es ist nicht unerreichbar.

 

Meine Begegnung mit Gott (Teil 2)

Mit 14, war ich komplett ausgebrannt. Ich fand keine Freuden mehr, nichts was mich hätte glücklich machen können. Ich wollte einfach nur noch frei sein. Frei von all der Last, all der Sünde die mich so quälte.

Aber ich konnte mich Keinem anvertrauen, zu groß war die Scham und der Hass auf mich selber. Um nicht nachdenken zu müssen, füllte ich mein Leben mit Dingen die mich ablenkten und mir einen „Kick“ gaben.

Regelmäßig ging ich mit Freunden klauen. Das Adrenalin fühlte sich gut an. Dieses Gefühl nicht erwischt worden zu sein, war wie eine Droge. Außerdem lenkte es mich ab und ich musste nicht mehr so oft an Gott denken.

Wenn ich schlafen ging, lief immer das Radio neben mir. Ich schaltete es gar nicht mehr ab. Ich konnte die Stille nicht ertragen.

Ich war rastlos. Ich wollte Frieden und ich wusste, dass es diesen Frieden nur bei Gott gibt. Aber nicht für mich! Meine Last war zu groß.

Wieso lebe ich eigentlich? Ohne Gott, hat es keinen Sinn zu leben, aber ein Leben mit Gott habe ich nicht verdient. Es gibt für mich keine Vergebung…

Kurz nach meinem 15 Geburtstag, bat ich meine Eltern um Hilfe. Ich sagte ihnen, dass ich Raum brauche um von allem wegzukommen und Zeit um nachzudenken. Ich wollte mit Gott reinen Tisch machen, es zumindest versuchen und dafür brauchte ich etwas Distanz zu allem Gewohnten.

Also fragten sie bei unseren Freunden in Irland, ob sie mich nicht für eine Weile aufnehmen könnten. Sie willigten ein und auch die Schulleitung hatte wider Erwarten kein Problem damit, dass ich für ein paar Monate ins Ausland gehe.

Dort angekommen, nahm ich mir fest vor, jeden Tag mindestens 2 Kapitel zu lesen.

Gleich am ersten Tag fing ich mit dem Matthäus Evangelium an und hielt mich streng an meinen Leseplan. Nie zuvor hatte ich mich so intensiv und bewusst mit dem Wort Gottes auseinander gesetzt und es war als ob ich die Bibel zum allerersten Mal lesen würde.

Ich las die Geschichten von Jesu Geburt, von seinem Leben und all seinen Wundern. Dann kam ich an die Stelle, wo von Jesus Tod und Kreuzigung berichtet wird und ich brach in Tränen aus.

Für mich? Er hat Todesqualen gelitten und wurde gekreuzigt, FÜR MICH? Er liebt MICH?

Zum ersten Mal nahm ich Gott nicht nur als den strengen Richter wahr, sondern als einen liebenden Vater. Gott liebte mich! Jesus litt Schmerzen, weil Er mich liebte!

Er, der nie Jemandem irgendein Leid zugefügt hatte, die liebste und heiligste Person auf der ganzen Welt, starb für MICH, aus Liebe…

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Meine Begegnung mit Gott (Teil 1)

Ich habe lange gezögert diesen Beitrag zu veröffentlichen, weil dies doch sehr persönlich ist und sehr viel von mir offen legt. Ich mache mich verletzlich und angreifbar, aber ich möchte nicht schweigen über die Wunder die Gott in meinem Leben vollbracht hat. Zu Seiner Ehre möchte ich schreiben und euch alles erzählen und deshalb kommt hier meine Geschichte.

Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen und wurde streng erzogen. Wir wurden die ersten 4 Jahre sogar zu Hause unterrichtet, um in der Schule nicht dem Einfluss dieser Welt ausgesetzt zu sein.

Ich habe schon von Klein auf immer von Gott gehört und auch an Ihn geglaubt. Ich hatte Gewissheit darüber, dass Er existiert. Auch wenn ich selber keine persönliche Beziehung mit Ihm hatte, habe ich jeden Abend gebetet, einfach nur um mein Gewissen zu beruhigen. Ich habe an Ihn geglaubt, zu Ihm gebetet und Ihn sehr gefürchtet. Ich habe Ihn in erster Linie als einen sehr strengen Gott wahrgenommen, der die Sünde hasst und heilig ist. Manchmal war ich sauer auf Ihn, wenn Er mir zum Beispiel nicht das gab, worum ich gebeten hatte, aber nur ganz heimlich, so, dass Er nicht zornig wird über meinen Unglauben (so dachte ich zumindest in meinem 8-jährigen Herzen).

Wenn ich etwas tat wovon ich wusste, dass es falsch war, hatte ich sofort Angst ich würde nicht mehr in den Himmel kommen. Deshalb bat ich auch immer um Vergebung bevor ich abends ins Bett ging.

Als ich 11 war, gab es einen Zeitpunkt, den man als „Bekehrung“ bezeichnen könnte. Ich bat von Herzen und mit Tränen bei Gott um Vergebung für alles was ich getan habe und von dem Augenblick an, wollte ich auch wirklich anders leben. Ich nahm mir ganz fest vor, zu Anderen immer nett und lieb zu sein und der Mutter auch immer fleißig zu helfen. Doch irgendwie schien all mein Bemühen umsonst, alles wurde nur noch schlimmer.

Ich freundete mich mit den falschen Leuten an und distanzierte mich immer weiter von meiner Familie. Ich fing an mich zu ritzen, schwarz wurde meine neue Lieblingsfarbe und aus irgendeinem Grund fand ich es cool, Briefe mit meinem Blut zu schreiben.

Von all dem bekamen meine Eltern wenig mit. Ich redete sehr selten mit ihnen und wenn, dann nur das Nötigste.

Ich fühlte mich schrecklich einsam und verlassen. Leer!

Nachts weinte ich mich in den Schlaf und mein größter Wunsch war es Frieden zu finden.

Ich war mir sicher, Gott war sehr unzufrieden mit mir und ich war mir ebenso sicher, dass ich so ein Leben eigentlich gar nicht wollte. Mein ganzes Leben lang bin ich in die Gemeinde gegangen und habe die glücklichen Menschen gesehen. Ich wollte auch glücklich sein und nicht die Schuld meiner Sünden mit mir rumtragen müssen, aber der Weg dahin schien mir unerreichbar.

Andere Menschen, ja für die gab es Vergebung und Frieden, aber nicht für mich! Ich war mir sicher ich würde irgendwann sterben und in die Hölle gehen, deshalb hatte das Leben für mich auch keinen Sinn mehr…

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HEUTE leben!

Warten, warten, warten… Es gibt so viele Dinge auf die wir warten.

Als ich noch in der Schule war, habe ich darauf gewartet endlich meinen Abschluss zu machen. Ich hatte die ganzen Hausaufgaben und das Lernen so satt. Ich dachte, nach meinem Abschluss könnte ich endlich anfangen das Leben zu genießen. Dann kamen die Prüfungen und mit ihnen der lang ersehnte letzte Schultag.

Doch kaum aus der Schule, fing das Warten wieder von vorne an. Diesmal war es der Führerschein. Wann würde ich endlich mein eigenes Auto fahren können? Das wird wahrscheinlich der beste Augenblick meines Lebens. Das würde alles ändern, mein Leben wird mit einem Führerschein erst so richtig lebenswert.

Nach, was mir vorkam wie eine halbe Ewigkeit, hielt ich endlich meinen Führerschein in der Hand, aber hat das irgendetwas geändert? Natürlich, ich bin selbständiger geworden und in gewisser Weise auch ein bisschen reifer. Aber glücklicher bin ich dadurch nicht geworden. Wenn man es genau nimmt, hat sich meine Lebensqualität in keiner Weise geändert, ich bin immer noch dieselbe wie früher.

So vergeht Tag für Tag und ich finde immer einen neuen Grund zu warten und mein Leben nicht so zu genießen, wie es gerade ist. Ich finde immer etwas, das mir noch fehlt und das ich noch gerne hätte.

Es hat lange gedauert, bis ich es endlich kapiert habe.

Jeder einzelne Tag meines Lebens ist mein Leben! Selbst die schwierigen und harten Zeiten sind Teil meines Lebens und ich sollte aufhören mir zu wünschen, dass sie endlich vorbei gehen und bessere Zeiten anbrechen. Denn all diese Tage ergeben in der Summe mein Leben. Jede einzelne Sekunde ist wertvoll und ich sollte anfangen mein Leben so anzunehmen und so zu schätzen wie es ist, mit all den Sonnen- und Regentagen.

Wenn ich immer einen neuen Grund finde, nicht mit meinem Leben zufrieden zu sein, dann werde ich für immer eine griesgrämige, verdrossene Person bleiben. Nichts wird mich je zufriedenstellen können und so eine Art von Mensch kann für andere auf Dauer echt anstrengend werden. Außerdem verbringe ich so den Großteil meines Lebens damit, auf irgendwelche Dinge zu warten und nicht den Moment zu genießen.

Diese Idee hat mich in den letzten Jahren sehr beschäftigt. Wann immer ich mich dabei ertappt habe auf bessere Zeiten zu hoffen und zu warten, habe ich mir klar gemacht, dass auch der heutige Tag MEIN LEBEN ist! Und es hat vieles geändert… Ich bin zufriedener geworden und habe angefangen jeden Tag zu genießen.

Wenn ich müde von der Arbeit nach Hause komme und denke, dass heute ein echt langweiliger Tag war, dann versuche ich noch einen Spaziergang zu machen oder einen gute Konversation mit jemandem aus meiner Familie zu haben. Ich versuche jeden Tag etwas zu finden, das mir wirklich Spaß und den Tag besonders macht. Ich will mich jeden Tag über mein Leben freuen und dankbar sein.

Join the challenge!

Wenn du das gleiche Problem hast wie ich und du auch manchmal denkst, dass dein Leben im Gegensatz zu Anderen so langweilig und grau ist, dann versuche doch mal das Gleiche! Hör auf, auf bessere Zeiten zu warten, denn HEUTE ist dein Leben! Versuche stattdessen jeden Tag etwas zu tun, das dir wirklich Spaß macht und dir noch in Erinnerung bleiben wird. Hier ein paar Beispiele:

  • Du kannst dir einen gemütlichen Spiele-Abend mit deinen Geschwistern oder Freunden machen. Ist kostenlos und meistens wird dabei viel gelacht.
  • Geh raus in die Natur und genieß die Schöpfung Gottes. Manchmal braucht es etwas Überwindung raus zu gehen, aber es hat sich für mich immer gelohnt. Ich liebe es neue Wege zu entdecken und mich zu verlaufen.
  • Oft nehme ich das Auto und fahr einfach drauf los. Besuche kleine Städte, in denen ich noch nie zuvor war und andere Sehenswürdigkeiten in meiner Umgebung. Ich bin mir sicher, auch da wo du wohnst gibt es ein paar Orte an denen du noch nie zuvor warst.
  • Schreibe anonyme Briefe an Freunde und Bekannte. Es macht total viel Spaß eine schöne Postkarte mit netten Worten an die Liebsten zu schicken ohne ihnen was davon zu sagen. Deine Freude wird mindestens genauso groß sein wie die Freude derer, die deine Briefe empfangen 🙂
  • Back etwas Leckeres für deine Geschwister, sie werden dich für immer lieben!

… es gibt noch tausend andere Möglichkeiten den langweiligsten Tag besonders zu machen.

Es gibt jeden Tag etwas, worüber man sich freuen kann. Und wenn du wirklich nichts finden kannst, dann ändere das 🙂 Mach dein Leben lebenswert! Fülle es mit Leben und hör auf zu warten. Dein Leben ist HEUTE!

Things I would tell my younger self

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Hey you, listen carefully!

Enjoy every day, fully take in every moment of your life. Embrace life the way it is. THIS IS YOUR LIFE, EVERY SINGLE DAY OF IT IS YOUR LIFE! Stop waiting for „better“ times, as nothing is gonna change, unless you change it yourself.

Take life the way it is and adapt to it, find a way to be happy with your life exactly the way it is RIGHT NOW! If you can’t be happy with what life is right now, you’ll never be happy, no matter the change.

Everything happens for a reason AND nothing is ever wasted in God’s economy. Sometimes we think, we learned something in vain. We wasted hours, weeks and months of our lives learning something we’ll never need again, but God has a purpose for you and your skills. Nothing we ever learned will be in vain. God will find a way for you to use it. 

Never forget: The best is yet to come! Sometimes we think, that the best moments of our lives are over. We come home from an amazing trip or awesome holidays with friends and think, that life can never get any cooler than that, but that is not true! Life is beautiful and good times will come, yes even better times.

Don’t hold on to moments, people or dreams. Let them go, when the time has come. God is only closing that door, because He has something else in mind, something that is a hundred times better than the plans you’ve made for yourself. He loves you incredibly and only wants the very best for you! So when He tells you to let go, LET IT GO! You won’t regret it. You’ll see: God is faithful and He will give you something that is totally worth the pain and heartbreak.

He knows you even better than you know yourself. Let Him rule over every aspect of your life and you’ll be always filled with peace, joy and laughter. When He is for you, who can stand against?

Stop worrying, start trusting!

Love, Me ❤

Von der Kraft zu trösten, wenn wir selber Trost bedürfen

Inmitten unserer emotionaler Erschöpfung schenkt Gott uns Trost – so viel, dass nicht nur wir selber getröstet werden, sondern andere durch uns Trost finden.

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Folgende Geschichte erzählte mir eine Freundin, mit der Erlaubnis sie mit euch zu teilen:

Vergangenen August fand die alljährliche Kinderfreizeit im idyllischen Odenwald statt. Mitten im Wald lag das geräumige Heim.
Gesang, biblische Themen, Spiele, Ausflüge und Wanderungen sowie gemütliche abendliche Lagerfeuer standen auf dem bunten Programm. Schon einige Jahre nacheinander hatte ich die Möglichkeit, an diesen Freizeiten als Mitarbeiterin teilzunehmen.

Der Abreisetag kam schneller, als den meisten Kindern lieb war.

Ich selbst fühlte mich reich gesegnet und erfüllt, durch die mit den Kindern verlebten Tage. Aber ich war auch zutiefst erschöpft durch den wenigen Schlaf und die geforderte Geduld und Ausdauer.

Dankbar saß ich schließlich am Steuer meines Autos und wartete auf meine „Passagiere“. Plötzlich hörte ich durch die geöffneten Fenster wildes Geschrei. Mir stockte der Atem als ich eine Mitarbeiterin des Heimes wild mit den Armen fuchtelnd und laut um Hilfe schreiend an mir ins Haus vorbeirennen sah.
In meinem ganzen Leben hatte ich noch nie jemand so entsetzlich schreien gehört. Innerhalb von wenigen Augenblicken begriff ich, dass etwas Schreckliches passiert sein musste.
Der Frau folgte mit eiligen Schritten, einer der Freizeitleiter der seinen achtjährigen Sohn führte.

Im Trubel der Abreise, von den Erwachsenen unbemerkt, hatten mehrere Jungen an einer alten, ungesicherten Schranke gespielt. Durch einen Unfall wurde der Daumen des kleinen Jungen fast komplett abgetrennt.

Nun warteten alle ängstlich auf den Notarzt. Einige Kinder fingen an zu weinen insbesondere die Brüder, Cousins und Cousinen des verletzten Jungen. Gemeinsam mit den noch anwesenden Erwachsenen versuchten wir die Kleinen zu beruhigen.
Dann erzählte mir ein Mädchen zitternd, dass ihr Bruder in den Wald gelaufen wäre. Offensichtlich war er an dem Unfall beteiligt gewesen. Mit der Schwester zusammen lief ich in den Wald und rief verzweifelt nach ihrem Bruder.

Es gab mir den Rest. Nach dieser anstrengenden Woche war ich nervlich einfach am Ende. Innerlich schrie ich zu Gott um Kraft, damit ich für die Kinder und die Betroffenen stark sein könnte. Zitternd nahm ich das kleine Mädchen in den Arm und wir brachen beide in Tränen aus während wir um Hilfe und Bewahrung flehten.
Kurz darauf rief uns einer der Erwachsenen zurück. Der große Bruder des Mädchens war wieder aufgetaucht. Ich schickte meinen Dank gen Himmel.

Der Hubschrauber brachte den Verletzten und seinen Vater in die Unfallklinik.
Nachmittags lag ich in erschöpft in meinem Zimmer im Bett und versuchte das Ganze zu verarbeiten. Wie konnte Gott jemand, der emotional so am Ende war, Kraft geben, durchzuhalten und weiter für andere da zu sein?

Ich setzte mich auf, nahm meine Bibel und stutze als mir folgende Verse ins Auge fielen:

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes,
der uns tröstet in aller unserer Trübsal, damit wir auch trösten können, die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.“
2. Korinther 1, 3-4

Ergriffen dankte ich meinem Herrn. Alleine war ich schwach, hilflos und am Ende. Aber Gott schickte mir Seinen Trost, sodass ich, wenn auch mit Tränen in den Augen und weichen Knien, andere trösten konnte.

Du fühlst dich kraftlos, erschöpft und elend? Gott will dich trösten, ja, er kann noch mehr: selbst in deiner Trübsal, deiner Schwäche, deinem Elend ist ER stark und gibt dir die Kraft, damit du sogar andere aufrichten kannst!

DENN ICH BIN DER HERR , DEIN GOTT, DER DEINE RECHTE HAND STÄRKT UND ZU DIR SPRICHT:
FÜRCHTE DICH NICHT, ICH HELFE DIR!
Jesaja 41,13

Der Zeitplan Gottes

Öfters scheint es für uns keinen Ausweg zu geben. Wir beten und beten aber es tut sich einfach nichts. Aber Gott hört – Er wartet einfach nur auf den perfekten Moment um einzugreifen.

Folgender Text ist von einer lieben Freundin von mir, die so freundlich war und mir die Erlaubnis gab, ihre Geschichte mit euch zu teilen:

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Siehe ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und bringe dich an den Ort, den ich bereitet habe…
2. Mose 23, 20

Nach vielen Gebeten und harten Tagen hatte der Herr mir endlich eine Ausbildungsstelle geschenkt. Kurz vor Weihnachten 2013 bekam ich die Zusage und war überglücklich.

Im Sommer hatte ich die Mittlere Reife erfolgreich absolviert. Da ich leider mangels eines Ausbildungsplatzes keine Lehre beginnen konnte, musste ich schweren Herzens weiter zur Schule gehen.
Die Zeit an der Schule wurde mir zur Qual. Ich fand kaum Anschluss und fühlte mich äußerst unwohl. Zudem kam ich als “ Quereinsteigerin “ an einem G8-Gymnasium mit dem Stoff schlecht zurecht.
Bereits in der ersten Schulwoche begann ich mich erneut für Ausbildungsplätze im kaufmännischen Bereich und im öffentlichen Dienst zu bewerben. Und nach langen Monaten des Wartens machte der Herr mir zu Weihnachten ein lang ersehntes Geschenk.

Meine Eltern hatten mir ans Herz gelegt die Schule nicht abzubrechen, bevor ich eine feste Zusage für eine Ausbildung hatte. Nun war es soweit… aber so einfach wie gedacht ging es nicht. Aufgrund der strengen gesetzlichen Regelungen bezüglich der Berufsausbildung von Minderjährigen durfte ich nicht einfach ohne Beschäftigung sein.

Also begann eine hektische Suche nach einer Stelle in einer sozialen Einrichtung, wo ich ein Soziales Jahr oder wenigstens ein paar soziale Monate ableisten konnte. Die erste Stelle wurde mir von der CARITAS angeboten. Aufgrund von Missverständnissen meinte ich bei meinem Schnuppertermin eine Behindertenwerkstatt vorzufinden. Als ich an dem ausgemachten Freitag jedoch dorthin kam, stellte sich ziemlich schnell heraus, dass ich mich geirrt hatte. In der Werkstatt arbeiteten ehemalige Patienten aus Psychatrien. Ich war heilfroh, als ich das Gelände verließ. Auf der anderen Seite kämpfte ich mit großer Enttäuschung und den Tränen.
Warum konnte es nicht so kommen wie ich es mir ausgemalt hatte? Wenn die Stelle mir zugesagt hätte, wäre ich befreit und könnte die Schule endlich verlassen.
Was sollte ich jetzt tun? Während des Jahres gab es kaum freie Stellen in sozialen Einrichtungen.

So tat ich in der darauffolgenden Woche an den ersten zwei Tagen etwas, dass ich noch nie getan hatte. Ich schwänzte die Schule und telefonierte stattdessen mit einigen Einrichtungen in unserer nächsten Umgebung. Die einen hatten keinen Bedarf, andere erlaubten mir nicht mit der Kleidung zu arbeiten, die ich für angemessen hielt … andere wiederum wollten mich erst Probe arbeiten lassen…
Alles ging mir viiiiiiiiiiiiiiiiiel zu langsam!!!
Verzweifelt legte ich den Telefonhörer auf und seufzte laut.
Meine Eltern hatten mir schon lange versucht klarzumachen, dass ich nichts überstürzen sollte.
Doch nun saß ich da…ungeduldig, erschöpft und planlos.
Da riet mir meine Mutter es doch bei der christlichen Schule zu probieren, die ich einige Jahre besucht hatte. Der Gedanke war mir zwar auch gekommen, ich hatte ihn jedoch bereits verworfen. Die einzige FSJ Stelle im Christlichen Kindergarten war bereits seit Schuljahresbeginn an eine ehemalige Mitschülerin vergeben.
Meine Mutter ermutigte mich es trotzdem zu versuchen. Das tat ich dann am Dienstagnachmittag.
Am Mittwochmorgen ging ich wieder in die Schule und verabschiedete mich schon bei der Sportlehrerin mit einem kleinen Geschenk. Ich wusste selber nicht warum ich es tat.
Von der Christlichen Schule hörte ich nichts. Irgendwie war ich aber ruhiger geworden.
Als ich am Freitag (genau eine Woche nach dem Schnuppertermin in der Werkstatt) heimkam, erwartete mich eine freudige Nachricht. Ich sollte dringend in der Christlichen Schule anrufen. Und schon als meine ehemalige Lehrerin, die Frau des Rektors, die ersten Worte sprach, fiel Stein um Stein vom Herzen. Bereits am Montag wurde ich erwartet. Voller Freude dankte ich meinem Herrn und war beschämt über meine Ungeduld.

Allerdings fragte ich mich eines: Wenn nicht Kindergarten – Was soll ich überhaupt dort tun?

Der Montag löste Rätsel der ganzen vorhergegangen Monate.
Ich saß im Lehrerzimmer und wartete, bis meine ehemalige Lehrerin, die nun eine Art Mentorenfunktion für mich hatte, mit mir reden konnte. Und was sie mir erzählte, trieb mir vor Rührung über Gottes Gnade Tränen in die Augen.
Kurze Zeit vorher hatten die Schüler Zuwachs von einer neuen Familie bekommen. Die älteste schulpflichtige Tochter konnte aufgrund ihrer Behinderung nicht mit ihren Altersgenossen mithalten. Nach dem neuen Inklusionsgedanken sollte sie aber trotzdem mit Kindern ihres Alters in einem Raum lernen. Gesondertes Material würde zumindest begrenzt gestellt werden.
Das gesamte Lehrerkollegium hatte auch für diese Frage intensiv gebetet. Die Familie war nicht in der Lage die Tochter selbst zu betreuen. Die Schule verfügte nicht über Personal, dass diese Aufgabe übernehmen konnte. Mitten in diesen schwierigen Fragen kam meine Bewerbung.

Ich musste nicht gefragt werden, ob ich wollte oder nicht. Gott hatte mir klar und deutlich gezeigt: Mein Kind – dies ist dein neuer Platz! Nicht die Werkstatt, das Altenheim, nein – genau hier möchte ich dich haben. Dieser Platz ist für dich bereitet, hierhin habe ich dich geführt.

Die darauffolgende Zeit, in der ich das um 2 Jahre jüngere Mädchen betreute und andere kleinen Tätigkeiten an der Schule verrichtete war eine wahre Segenszeit.

Anfangs war es schwer für mich gewesen zu akzeptieren, dass mein Plan, direkt nach der Mittleren Reife eine Ausbildung zu beginnen, nicht aufging.

Aber es war der Weg gewesen den Gott für mich bereitet hatte. Obwohl die Zeit an dem Gymnasium nicht die glücklichste meines Lebens war, war sie doch ein Segen. Ich durfte meinen Herrn besonders im Religionsunterricht offen bekennen und mich um einsame Mitschüler kümmern. Zwar erntete ich für manches Spott und Verachtung, aber mein himmlischer Vater stärkte meinen Glauben.
Ich bin von Herzen dankbar für diesen Umweg und die gesammelten Erfahrungen. So konnte ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein!

Übrigens, zeitlich hatte ich auch nichts verloren. Da meine Ausbildung nur 2 Jahre dauerte, war ich genauso schnell fertig wie diejenigen, die direkt nach der Mittleren Reife eine übliche dreijährige Lehre machten.

Der Herr hatte mir gezeigt: Vertraue mir, sei geduldig, ich werde dich ans rechte Zeil bringen!

Ich kann mir gut vorstellen, dass du lieber Leser, mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hast. “ Diese Zeit in meinem Leben gibt einfach keinen Sinn!“ “ Ich kann nicht mehr !“ “ Ich sehe keinen Ausweg aus meiner Situation!“

Der Herr hat auch für dich einen ganz besonderen Weg bereitet. Nicht nur dass – er hat auch einen speziellen Zeitplan für dich. Er kennt auch die Menschen, die du nötig hast und die dich brauchen. Und weil ER eben alles kennt, verknüpft ER die einzelnen Wege zum richtigen Zeitpunkt… nie zu früh und nie zu spät… damit kein Durcheinander entsteht.

Vertraue dem Zeitplan Gottes!

Hebt zur Höhe eure Augen empor und seht: Wer hat diese da geschaffen? Er, der ihr Heer hervortreten lässt nach der Zahl, ruft sie alle mit Namen: Vor ihm, reich an Macht und stark an Kraft, fehlt kein Einziger. Warum sagst du, Jakob, und sprichst du, Israel: Mein Weg ist verborgen vor dem HERRN, und meine Gott entgeht mein Recht? Hast du es nicht erkannt, oder hast du es nicht gehört? Ein ewiger Gott ist der HERR, der Schöpfer der Enden der Erde. Er ermüdet nicht und ermattet nicht, unergründlich ist seine Einsicht. Jesaja 40, 26-28