Ein Gespräch mit Gott

Heute war wieder einer dieser Tage, an dem ich einfach Zeit brauchte für ein Gespräch mit Gott. Also bin ich mit einer Decke und meiner Bibel bewaffnet, auf die Klippen ans Meer gegangen und habe eine kleine Plattform gefunden, die einfach perfekt dafür geeignet war. Der Wind da oben war sehr stark und hat mich an einen Traum erinnert, den ich vor ungefähr sechs Jahren, ein paar Tage vor meiner Taufe, hatte.

Ich habe geträumt, dass mir ein sehr starker Wind ins Gesicht bläst und durch den Wind hindurch, hörte ich eine Stimme die sagte: „Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ (Jeremia 31,3) Ich bin sofort darauf aufgewacht und ich weiß noch, dass ich ein Sausen in meinen Ohren hatte und meine Nase sich kalt angefühlt hat, so als ob mir wirklich ein sehr starker Wind ins Gesicht geblasen hätte. Es hat sich alles so echt angefühlt und ich habe diesen Traum nie vergessen. Es war, als ob Gott selber zu mir gesprochen hätte.

Bei dem Wind heute, musste ich wieder an den Vers und an die Wahrheit denken, die dahinter steckt. Gott liebt mich! Es war, als ob Gott mich heute wieder daran erinnern wollte.

Es tat gut, Gott alles wieder anzuvertrauen. Alles loszuwerden, was mir auf dem Herzen lag. Ihm zu danken, auch wenn mir nicht danach war.

Es gibt da eine Lektion, die Gott mir versucht beizubringen. Vor ein paar Wochen, als es mir absolut nicht gut ging und ich einfach nicht mehr weiter wusste, habe ich zu Gott gebetet und Ihn gebeten zu mir zu sprechen und mich zu trösten. Ich wollte wissen, was Er zu meiner Situation zu sagen hat und obwohl ich nicht daran glaubte, dass es ein Wort gibt, das mich trösten könnte, wollte ich Ihm trotzdem eine Chance geben.

„Ok Gott“, habe ich zu Ihm gesagt, „ich schlage gleich meine Bibel auf und ich bitte dich einfach zu mir zu sprechen. Bitte rede zu mir, tröste mich, rede zu mir! Ich kann einfach nicht glauben, dass es Dir gefällt, wie ich mich gerade fühle. Hast du nichts dazu zu sagen?!“

Ich schlug meine Bibel auf und traute meinen Augen kaum: „Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde das Gute des HERRN im Lande der Lebendigen. Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!“ Psalm 27, 13-14

Ein paar Verse weiter, dann wieder dasselbe: „Seid getrost und unverzagt, alle die ihr des HERRN harret!“ Psalm 31, 25

Ich hatte so eine Gänsehaut! Obwohl ich meinte untröstlich zu sein, wusste Gott ganz genau was Er mir sagen musste, damit es mir besser ging. Sofort war all meine Angst, meine Trauer, meine Wut verschwunden. Gott weiß und Er hilft. Alles was ich tun muss ist glauben und auf Ihn harren.

Danach gab es immer wieder Momente, in denen ich so kurz davor war einfach aufzugeben, aber dann tauchte wieder dieser Vers auf, entweder in meiner Stillen Zeit oder in Predigten. Immer wieder dieselbe Aufforderung: Harre des HERRN!

Heute auf den Klippen habe ich Gott wieder explizit darum gebeten zu mir zu sprechen und mir zu zeigen, was ich tun soll. Und genau in dem richtigen Augenblick kam wieder diese Aufforderung: „Befiehl dem HERRN deine Wege und HOFFE AUF IHN… SEI STILLE DEM HERRN und WARTE AUF IHN…“ Psalm 37.

Ich habe gemerkt, dass es für mich oft schwieriger ist einfach ZU WARTEN. Diese Unfähigkeit selber etwas zu unternehmen und zu tun macht mich fast verrückt. In meinem Kopf spiele ich verschiedene Möglichkeiten durch, wie ich eine gewisse Situation zu meinen Gunsten verändern könnte, aber einfach zu warten und auf den Herrn zu hoffen, kommt mir da nicht in den Sinn. Und wenn ich dann an den Punkt komme, an dem ich realisiere, dass ich wirklich NICHTS tun kann, außer darauf zu hoffen, dass Gott die Situation irgendwie ändert, dann erlebt mein Glaube seinen „Breaking-point“. Es ist so unglaublich schwer einfach aufzugeben, sich dem Willen des HERRN zu beugen und zu sagen: „HERR, ich vertraue dir, dass du die Situation zum Besten verändern wirst.“

Irgendwie fällt es mir viel leichter, selber etwas unternehmen zu können, anstatt mich völlig auf den HERRN zu verlassen.

Aber jetzt habe ich verstanden was Gott von mir will. Ich will auf Ihn warten.

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So, jetzt aber noch ein wenig zu meinem Leben hier in Irland. Letztes Wochenende haben mich 5 Freunde aus Deutschland, meine Schwester und mein Bruder besucht. Wir waren in Dublin unterwegs und haben uns die Stadt angeschaut. Später am Nachmittag haben wir dann den Zug zu dem alten Hafen von Dublin in Dún Laoghaire genommen und das hat sich wirklich gelohnt. Das Wetter war einfach der Hammer und der Hafen ist wirklich ein sehr sehenswerter Ort.

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Langsam kehrt wieder „Normalität“ ein, sofern so etwas überhaupt existiert. Jeder Tag ist von morgens bis abends voll ausgefüllt und für Heimweh oder dergleichen Gefühle gibt es keine Zeit. Wenn man für eine Mission arbeitet, dann besteht der Tag daraus, für den Anderen zu leben und seine Kraft, Zeit und Gesundheit voll für die Nöte von anderen Menschen zu opfern und irgendwie ist so ein Lebensstil sehr erfüllend. Na klar ist man am Abend meistens fix und fertig, aber man geht mit dem Gefühl zu Bett, etwas Wertvolles aus dem Tag gemacht zu haben und das ist wirklich ein befriedigender Zustand.

Zum Schluss möchte ich noch einen kleinen Abschnitt zum Nachdenken mit euch teilen:

Wie teuer ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben! Sie werden trunken von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkest sie mit Wonne als mit einem Strom. Psalm 36, 8-9 

Gottes Segen euch!

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