Wenn Gott durch Wildnis führt

Könnt ihr euch noch an den Artikel „Der Zeitplan Gottes“ erinnern? Eine Freundin von mir hat mir die Geschichte erzählt, damit ich sie zur Ermutigung anderer auf meiner Seite veröffentliche.

Als ich ihre Geschichte zum ersten Mal gelesen habe, war ich ehrlich gesagt schon ein bisschen neidisch, dass Gott ihr so deutlich gezeigt hat wo sie hingehört. Ich wollte auch so etwas erleben. So einen kleinen Fingerzeig, damit ich sicher sein kann, dass das was ich gerade mache, das Richtige ist.

In den letzten Monaten habe ich so eine „Suchphase“ durchgemacht. Ich habe mich nirgendwo so richtig dazugehörig gefühlt. Ich war rastlos und habe jeden Tag neue Ideen für meine Zukunft gehabt. An einem Tag wollte ich studieren, dann wieder nicht. Am nächsten Tag habe ich mir gedacht, ich könnte einfach arbeiten gehen, habe den Gedanken nach ein paar Stunden aber wieder verworfen. Dann habe ich überlegt als Au-pair ins Ausland zu gehen, aber dies wäre auch nicht das was ich will.

So verging Woche um Woche. Ich habe mir einen Terminkalender für das Jahr 2018 geholt, aber wusste einfach nicht, was für Termine ich da reinschrieben soll. Als ich mir den gekauft habe, saß ich davor und habe überlegt. Aber ich wusste es einfach nicht.

Ich habe gebetet und gebetet aber Gott schien zu schweigen. Damit kamen Zweifel auf. Zum ersten Mal in meinem Leben fing ich an daran zu zweifeln, dass Er mich liebt. Hat Er wirklich die Kontrolle? Also im Moment sah es nicht danach aus. Er schien mich vergessen zu haben.

Ich las zwar weiterhin die Bibel und betete, aber mein Vertrauensverhältnis zu Gott war nicht mehr dasselbe. Ich fing an daran zu zweifeln, dass Er wirklich nur das Beste für mich will.

„Ich weiß, dass ich Fehler gemacht habe“, betete ich, „aber ich habe doch um Vergebung gebeten. Wieso schweigst du immer noch? Ist es dir egal, dass ich mich so schrecklich fühle? Du musst doch nur ein kleines Wort sagen und alles ist wieder beim Alten. Ein kleines Wort und es werden sich Türen öffnen und ich werde wissen wo ich hingehöre.“

Aber Stille war die Antwort und es schien sich einfach nichts zu tun. Jeder um mich herum lebte weiterhin sein Leben und ich schien jedem nur im Weg zu stehen.

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde. Prediger 3,1

Mir ist auf einmal klar geworden, dass wir Menschen Zeit ganz anders definieren als Gott. Wir sehen nur unsere 70 / 80 / 90 Jahre die wir hier auf der Erde leben werden und versuchen Pläne zu machen, um so viel wie möglich zu erreichen. Wir machen Pläne und sind enttäuscht, wenn sie nicht so klappen wie wir es uns gewünscht hätten.

Wenn wir beten, dann wollen wir so schnell wie möglich die Antwort, damit wir uns noch mehr Pläne machen können. Wir wollen Antworten, weil wir die Wildnis nicht mögen. Ich mag es nicht, wenn ich den nächsten Schritt nicht vorhersehen kann. Ich mag es nicht, wenn ich nicht weiß wohin mich der Weg führt auf dem ich gehe.

Wenn dunkle Wolken mir meine Sicht nehmen, dann bete ich nicht für Glauben und Vertrauen zu verstehen, dass Gott mich auf dem besten Weg führen wird, sondern darum, dass Gott die Wolken wegnimmt.

Ich will klare Sicht aber in diesem Fall hat Gott beschlossen mich durch die Wildnis zu führen. Er wollte mich lehren, zu vertrauen, auch wenn Dinge mal nicht so nach Plan verlaufen und wenn alles scheint aus dem Ruder zu laufen.

Mir wurde auf einmal klar, dass Gott ganz anders funktioniert als wir Menschen. Wo wir uns Terminkalender kaufen und Pläne machen, da hat Er einen viel größeren Plan, einen Terminkalender, der nicht nach Wochen und Monaten arbeitet. Wo wir 24 Stunden am Tag einplanen, da hat er „seine“ Zeit. Er zählt nicht die Stunden oder Tage. Es gibt keine Monate oder Jahre bei ihm. Bei Ihm gibt es keine Zeit so wie wir sie kennen.

Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Psalm 90,2

Dieser Gedanke hat mich beruhigt. Auch wenn die Antwort nicht sofort kommt, so wird sie doch kommen zu „seiner“ Zeit.

In Gottes offene Tür, habe ich erzählt auf welche wunderbare Weise ich nach Irland gekommen bin. Diesen Sonntag habe ich mich mit einer älteren Freundin unterhalten, die ich schon sehr lange kenne und sie hat mir die Geschichte von Seiten der Mission erzählt.

Sie waren schon sehr lange auf der Suche nach einer Person, die die Büroarbeit übernehmen könnte. Der Leiter der Mission wird immer älter und kann nicht mehr so viel arbeiten. Normalerweise hatten sie immer Leute aus Amerika da, die für sie gearbeitet haben, aber es wird immer schwerer ein Visum für sie zu kriegen.

Am Ende des letzten Jahres waren sie schon am Verzweifeln und wussten einfach nicht mehr, wie es jetzt weitergehen soll. Und dann kriegen sie auf einmal die Email von mir und ihnen wird alles klar. Ich habe einige Jahre beim Finanzamt gearbeitet und kenne mich mit Steuersachen und Buchführung aus, außerdem habe ich einen deutschen Pass und kann damit in Irland sesshaft werden, ohne dass ich mich mit viel Papierkram rumschlagen muss. Ich war eine Antwort auf ihre Gebete und die Arbeit war die Antwort auf meine.

Gott hat mich lange auf den Job vorbereitet, indem ich die Ausbildung gemacht habe und ein Jahr studiert habe, ohne das ich wusste wofür. All die Jahre habe ich mich im Finanzamt durchgequält und mich gefragt, was um alles in der Welt ich da eigentlich mache. Ich dachte es wäre sowieso alles umsonst gelernt, aber jetzt gebraucht Gott genau diese Fähigkeiten und genau dieses Wissen.

Wenn Gott durch Wildnis führt, dann nur, um dich an einen wunderschönen Ort zu bringen, den du nur so erreichen kannst. Er lehrt dich damit, Ihm zu vertrauen auch wenn du den Weg nicht sehen kannst.

Wozu brauchst du einen Glauben, wenn du alles selber meistern kannst und du den Weg kennst und alles super verläuft? Eben! Glaube wird getestet, wenn Gott durch Wildnis führt. Wenn du meinst, dass das Leben dir einen Streich spielt und du den Boden unter den Füßen verlierst, dann sei dir sicher, dass das der einzige Weg ist um an den Ort zu gelangen, den Gott für dich vorbereitet hat.

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