Amerikanische Handysucht und andere Krankheiten

Heute Morgen haben wir die letzte Person überrascht. Karina hat morgen Geburtstag und wir hatten ein vorzeitiges Geburtstagsfrühstück.

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Eins von ungefähr 1000 Bilder…
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Amerikaner haben eine außergewöhnliche Liebe für große Ballons und Plüschtiere…

Nach dem Frühstücken sind wir shoppen gefahren, waren bowlen, und danach haben wir ein Fotoshoot auf einem gefrorenen See gemacht. Eigentlich hatten wir vor, den Sonnenuntergang zu beobachten, aber ich schätze mal, ein paar Menschen haben bis ins hohe Alter Schwierigkeiten mit den verschiedenen Himmelsrichtungen. Also das ist irgendwie verständlich, immerhin gibt es vier! 😉

Wir hatten nichtsdestotrotz eine schöne Zeit und es sind ein paar coole Bilder entstanden…

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Wer schöne Bilder haben möchte, muss halt auch mal riskieren im Eis einzubrechen.

Also was die Mediennutzung angeht, sind Amerikaner wirklich abhängiger als wir Deutschen. So fühlt es sich zumindest an. Bevor wir anfangen konnten zu frühstücken, mussten erstmal gefühlt tausend Selfies gemacht werden. Keines davon war perfekt genug um auf Snapchat gepostet zu werden und deshalb wurde das gleiche Prozedere noch 100 mal mit verschiedenen Handys wiederholt. Bis ich mich geweigert habe noch länger mit dem Essen zu warten. Ich finde Speisen sind zum essen gedacht und nicht zum fotografieren.

Ich gebe zu, es sind tolle Bilder dabei entstanden, aber seriously? Anstatt die ganze Zeit am Handy zu sitzen und der ganzen Welt zu zeigen, was für eine tolle Zeit man gerade mit seinen Freunden hat, sollte man das Handy weglegen und einfach mal den Moment genießen. Aber das ist nur meine Meinung…

Ich finde es schwer, mich mit den verschiedenen Gruppen zu identifizierten.

Ich liebe Mennoniten, sie sind super gechillt und immer freundlich und gut drauf. Ich habe das Gefühl, dass ich bei ihnen immer zur Ruhe komme und einfach mal durchatmen kann. Sie sind irgendwie freier. Sie leben voll für ihre Familie und haben wenig Einfluss von außerhalb. Viele machen homeschooling und ihre Kinder sind voll ruhig und und irgendwie nicht so gestresst.

Die Christen (russische Baptisten) bei denen ich gerade bin, sind anders. Sie sind sehr lebendig und sehr gastfreundlich. Sie würden für mich Stunden fahren und sogar Urlaub nehmen, damit ich eine schöne Zeit habe.

Ich kann mich mit beiden Gruppen anfreunden und gute Gespräche führen, aber trotzdem bin ich nirgendwo so richtig zu Hause.

Es fehlt mir ehrlich gesagt überall so ein bisschen an Bildung und an Weltoffenheit. Als wir letztens im Walmart waren, habe ich zu Leah gesagt, dass wir nur Hot Chocolate von Nestlé kaufen sollten, weil es aus Europa kommt und „proper stuff“ ist. Eine Angestelle hat uns gehört und war richtig beleidigt und empört über diese Aussage. Aus irgendeinem Grund meinen Amerikaner, dass Amerika das beste Land der Welt ist. Ich habe nie darüber nachgedacht, aber auf einmal bin ich richtig dankbar dafür, dass ich in Deutschland aufwachsen durfte. Ich habe so viele Dinge früher für selbstverständlich gehalten: Bildung und Schule, die Möglichkeiten so viele verschiedenen Länder in nur wenigen Autostunden zu bereisen.

Die Wahrheit ist, manche Leute, besitzen nicht einmal einen Reisepass und waren in ihrem Leben noch nie außerhalb Amerikas. Manche fragen mich ungläubig, ob man in Deutschland wirklich nur Deutsch spricht. Leah die aus London ist, wird auch immer wieder von Leuten gefragt, welche Sprache man denn in England spricht. Hallo?!

Aber das Schöne bei Christen ist, dass man immer über Gott sprechen kann, auch wenn man keine Gemeinsamkeiten hat. Und das finde ich so cool, das wir in Christus eine Familie sind und voneinander lernen können. Es gibt so viele verschiedene Gemeinden, Strömungen, Konfessionen und keine ist perfekt, aber überall gibt es Dinge die besonders gut laufen und diese dürfen wir mitnehmen in die Gemeinde aus der wir kommen.

In Gott sind wir eins! Ohne einander, wären wir nicht vollständig. Wir brauchen Mennoniten in der Welt, genauso wie wir Baptisten brauchen und Evangelikale und alle anderen Strömungen. Jede Gemeinde hat etwas Besonderes und wir dürfen von einander lernen und unser eigenes geistliches Zuhause ein Stückchen besser machen.

Ich weiß nicht ob es das Frühstück war, oder der Milchshake oder der Reis oder die anderen tausend Sachen die ich gegessen habe, die mich krank gemacht haben. Aber  ich fühle mich hundeelend. Ich habe mir eine Magen-Darm-Grippe eingefangen und der bloße Gedanke an Essen macht mich krank. Bitte denkt an mich in euren Gebeten 🙂

Einen wunderschönen und gesegneten Sonntag wünsche ich euch<3

Franzi

 

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