Und es geht weiter

Die letzten Tage waren so busy, dass ich gar keine Zeit gefunden habe an meinem Blog weiter zuschreiben. Wir sind gestern kurz vor Mitternacht aus Virginia zurück gekommen und so ist es mir in der Zwischenzeit ergangen:

Virginia

Auf dem Weg nach Virginia, haben wir unser Auto zu voll getankt und das ganze Benzin ist rausgelaufen. Die haben hier so ein blödes System an den Tankstellen. Man zahlt erst einen bestimmten Betrag und danach kann man in der Höhe tanken. Wenn man zu viel gezahlt hat, geht man wieder an die Kasse und holt sich das Restgeld, aber uns war das zu blöd und deshalb haben wir versucht, alles noch reinzukriegen. Aber es war wirklich zu viel. Leah hatte danach Angst, es könnte Auswirkungen haben und hat gegoogelt, was so passieren kann, wenn man das Auto übertankt. Nach allem was wir im Internet gelesen haben, hatten wir noch mehr Angst 😀 Aber wir haben gebetet und sind losgefahren. Es ist Gott sei Dank nichts passiert.

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The Blue Ridge Mountains im Hintergrund

Am Donnerstag habe ich gebetet, dass Gott mir wieder Freude schenkt. Ich habe Ihn gebeten, alle Ängste wegzunehmen und mich so fröhlich zu machen, wie ich es mal gewesen bin. Ich habe Ihm gesagt, dass ich nicht mehr depressiv sein will und befreit werden möchte, aus diesem Gefängnis der Gefühle, Ängste und Wertvorstellungen. „Ich habe genug davon. Bitte, mache mich glücklich!“

Und es ist etwas passiert. Etwas hat sich verändert. Ich bin glücklich. Ich kann nicht sagen, wie es abgelaufen ist, aber auf der Fahrt nach Virginia, habe ich gemerkt, dass ich glücklich bin. Ich will kein anderes Leben, mein Leben ist völlig in Ordnung. Jeder Mensch hat Probleme, keiner lebt ein perfektes Leben und ganz ehrlich, ich lebe lieber mit meinen Problemen als die der anderen Menschen.

Als wir getankt haben, wollte ich der Kassieren zum Abschied sagen: „Have a wonderful day“, weil ich mich genauso fühle. Wonderful.

Es ist dann doch nur bei einem kurzen „Bye“ geblieben. Aber das Gefühl bleibt. Mein Leben ist wunderbar und ich bin dankbar für die Möglichkeiten die ich habe. Die Möglichkeit zu reisen. Die Möglichkeit alle meine Sorgen abzugeben und mein Vertrauen völlig auf Gott setzen zu können.

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Unsere Unterkunft in Virginia

In Virginia haben wir bei einer Familie übernachtet, die gut mit Leah befreundet ist. Ich kannte sie davor nicht, aber jetzt sind sie auch Freunde von mir 🙂

Wir sind hier größtenteils bei Leuten, die früher bei den Amischen waren. Ihre Einfachheit schwingt auch auf mich über. Auf einmal wird Social Media unwichtig und mein Handy benutze ich gar nicht mehr.

Ich liebe es mit diesen Leute zusammen zu sein. Sie haben einfach so eine Aura, die ansteckt. Immer extrem freundlich und offen. Sie haben mich noch nie zuvor gesehen, aber sofort werde ich zum Essen eingeladen und man reicht mir die Hand, umarmt mich und betet für mich. Ich beneide sie für diese Gabe, jedem sofort das Gefühl zu geben willkommen und geliebt zu sein.

Mennonitische Schule

Die Zeit hier tut mir echt gut. Am Freitag waren wir in einer mennonitischen Schule und haben einen Vortrag über Europa gehalten. Danach gab es English Tea und Schokolade aus England und Deutschland.

Eine „Schülerin“ in der Klasse ist 62. Ihre Geschichte ist wirklich einzigartig und hat mich sehr viel gelehrt. Sie hatte ein sehr schweres Leben und musste nach der 3. Klasse die Schule verlassen. Aber ihr ganzes Leben lang hat sie sich gewünscht zur Schule zu gehen und mehr zu lernen. Also hat sie sich in ihrem hohen Alter entschieden, nochmal in die Schule zu gehen. Mit 62! Der Lehrer hat uns erzählt, dass sie eine sehr ehrgeizige Schülerin ist. Es ist einfach nur krass, dass manchen Menschen alle Türen offen stehen und sie einfach nicht wollen, und dann gibt es Menschen, die würden so gerne aber haben keine Möglichkeit dazu. Aber kaum ergibt sich eine Gelegenheit, dann tun sie es. Egal was andere dazu sagen. Viele belächeln diese ältere Frau. Aber ich finde sie mutig. Sie tut einfach das, was sie schon immer machen wollte, ganz egal wie die äußeren Umstände sind. Ihr ist es egal, dass sie die Älteste ist und fast dreifach so alt ist wie der Lehrer.  Ihr ist es egal, dass sie von manchen Menschen nicht ernst genommen wird. Sie tut einfach das, was sie tun will.

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Die Dritte von links ist die 62-Jährige

Edith

Nach dem Besuch in der Schule, haben wir uns spontan entschieden, eine alte Freundin von Leah und mir auf ihrer Arbeit zu überraschen. Sie wusste nicht, dass wir beide gerade in Amerika sind und war total aus dem Häuschen, als sie uns gesehen hat. Sie hat uns ein bisschen rumgeführt und gezeigt wo sie arbeitet. Danach haben wir uns mit einer Tasse Tee hingesetzt und uns gegenseitig erzählt, wie es uns in den letzten Jahren so ergangen ist.

Als ich mit meiner Geschichte fertig war, hat Edith mir in die Augen geschaut und gesagt: „Ich will für dich beten. Jetzt. Darf ich?“

„Natürlich, ich wäre sehr froh darüber“, habe ich geantwortet und da ist sie aufgesprungen, hat ihren Arm und mich gelegt und für mich gebetet. Ich fand das so süß.

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Leah, Edith, Ich, und Thelma

Am Abend, waren wir noch zusammen im Chick-fil-A. Die Lady an der Kasse konnte einfach nicht glauben, dass ich noch nie zuvor dort gegessen habe.

Überhaupt scheint es für die meisten Amerikaner keine Welt außerhalb Amerikas zu geben. Erstaunt fragen sie mich, ob man in Deutschland wirklich nur Deutsch spricht. Einmal habe ich einen jungen Amerikaner gefragt ob er schonmal außerhalb Amerikas war. „Ja“, hat er geantwortet, „ich war schon mal in Weißrussland und New Hampshire.“

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Leah, Vincent, Thelma und ich bei meiner Chick-fil-A Premiere

Am Freitagabend haben wir noch Wes & Karen getroffen. Freunde die Leah und ich aus Irland kennen. Sie sind spontan zum Abendessen gekommen und ich habe echt nicht erwartet, dass ich sie treffen werde, während ich hier bin.

Staunton

Am Samstag  konnten wir glücklicherweise ausschlafen. Ich bin immer noch ein bisschen jetlagged, deshalb war es gut, dass wir nicht so früh aufstehen mussten.

Nach einem Spaziergang um die Farm und dem Mittagessen, sind wir nach Staunton gefahren, eine kleine Festival-Stadt in Virginia. Es ist eine sehr kleine Stadt aber die größten Musiker kommen hierher um Musik zu machen. Leah war überglücklich die ganzen Musikläden zu sehen und auf dem Klavier zu spielen, dass vor einem Geschäft stand.

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Staunton City
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Leah und ihr geliebtes Instrument

In Staunton haben wir uns mit Abbie Miller getroffen. Ebenso eine Freundin die ich schon lange kenne. Passend dazu haben wir uns im „Reunion“ getroffen. Eine kleines Cafe mit Bäckerei -> empfehlenswert! 🙂

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Danach haben wir noch eine kurze Sightseeingtour gemacht. Es gibt nicht viel zu sehen, aber für Musiker ist diese Kleinstadt ein Muss.

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University of Staunton
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Eine kleine Synagoge

Nach unserem kleinen Spaziergang haben wir noch mehr Freunde getroffen (der Rest der Miller family), mehr Tee getrunken, nochmal Tschüss gesagt.

Es ist krass, wie viele neue Freunde ich schon gemacht habe in dieser kurzen Zeit und wie viele alte Freunde ich treffen konnte, ohne es davor geplant zu haben. Das liebe ich an reisen! Diese netten Überraschungen und ungeplanten Bekanntschaften.

Am Abend, bevor wir uns wieder zurück auf den Weg nach PA gemacht haben, durften wir noch eine Runde Shot Gun schießen. Wenn man schon in Amerika ist und die Möglichkeit dazu hat, wieso nicht…  Eigentlich wollten wir Coyote jagen gehen, aber dazu hatten wir am Ende leider keine Zeit mehr.

Sonntag

Heute morgen sind wir erstmal in die Kirche gegangen. Die Gemeinde besteht hauptsächlich aus Leuten, die früher Teil der Amischen waren und dann Christen geworden sind. Es war ein sehr schöner Gottesdienst. Anders, als der den ich gewohnt bin, aber schön! Danach hat uns eine Familie zum Mittagessen eingeladen.

Diese Familie holt sich jeden Sonntag Stadtkinder aus schlechten Familienverhältnissen nach Hause. Das haben sie auch diesen Sonntag gemacht. Wir haben zuerst zusammen gegessen und danach gab es verschiedenen Aktivitäten für die Kinder.

Es gab ein sehr leckeres Essen, aber diese Kinder sind nur Fast Food gewöhnt. Zwei von ihnen wollten das hausgemachte Essen einfach nicht anfassen. Sie haben am Ende einfach nur eine Banane gegessen…

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So, das wars auch erstmal für Heute. Ich weiß nicht wann der nächste Blog kommt, weil ich hier kein WiFi habe. Aber ich halt euch am Laufenden 🙂

Liebe Grüße nach Deutschland!

Franzi ❤

 

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