Von der Kraft zu trösten, wenn wir selber Trost bedürfen

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Folgende Geschichte erzählte mir eine Freundin, mit der Erlaubnis sie mit euch zu teilen:

Vergangenen August fand die alljährliche Kinderfreizeit im idyllischen Odenwald statt. Mitten im Wald lag das geräumige Heim.
Gesang, biblische Themen, Spiele, Ausflüge und Wanderungen sowie gemütliche abendliche Lagerfeuer standen auf dem bunten Programm. Schon einige Jahre nacheinander hatte ich die Möglichkeit, an diesen Freizeiten als Mitarbeiterin teilzunehmen.

Der Abreisetag kam schneller, als den meisten Kindern lieb war.

Ich selbst fühlte mich reich gesegnet und erfüllt, durch die mit den Kindern verlebten Tage. Aber ich war auch zutiefst erschöpft durch den wenigen Schlaf und die geforderte Geduld und Ausdauer.

Dankbar saß ich schließlich am Steuer meines Autos und wartete auf meine „Passagiere“. Plötzlich hörte ich durch die geöffneten Fenster wildes Geschrei. Mir stockte der Atem als ich eine Mitarbeiterin des Heimes wild mit den Armen fuchtelnd und laut um Hilfe schreiend an mir ins Haus vorbeirennen sah.
In meinem ganzen Leben hatte ich noch nie jemand so entsetzlich schreien gehört. Innerhalb von wenigen Augenblicken begriff ich, dass etwas Schreckliches passiert sein musste.
Der Frau folgte mit eiligen Schritten, einer der Freizeitleiter der seinen achtjährigen Sohn führte.

Im Trubel der Abreise, von den Erwachsenen unbemerkt, hatten mehrere Jungen an einer alten, ungesicherten Schranke gespielt. Durch einen Unfall wurde der Daumen des kleinen Jungen fast komplett abgetrennt.

Nun warteten alle ängstlich auf den Notarzt. Einige Kinder fingen an zu weinen insbesondere die Brüder, Cousins und Cousinen des verletzten Jungen. Gemeinsam mit den noch anwesenden Erwachsenen versuchten wir die Kleinen zu beruhigen.
Dann erzählte mir ein Mädchen zitternd, dass ihr Bruder in den Wald gelaufen wäre. Offensichtlich war er an dem Unfall beteiligt gewesen. Mit der Schwester zusammen lief ich in den Wald und rief verzweifelt nach ihrem Bruder.

Es gab mir den Rest. Nach dieser anstrengenden Woche war ich nervlich einfach am Ende. Innerlich schrie ich zu Gott um Kraft, damit ich für die Kinder und die Betroffenen stark sein könnte. Zitternd nahm ich das kleine Mädchen in den Arm und wir brachen beide in Tränen aus während wir um Hilfe und Bewahrung flehten.
Kurz darauf rief uns einer der Erwachsenen zurück. Der große Bruder des Mädchens war wieder aufgetaucht. Ich schickte meinen Dank gen Himmel.

Der Hubschrauber brachte den Verletzten und seinen Vater in die Unfallklinik.
Nachmittags lag ich in erschöpft in meinem Zimmer im Bett und versuchte das Ganze zu verarbeiten. Wie konnte Gott jemand, der emotional so am Ende war, Kraft geben, durchzuhalten und weiter für andere da zu sein?

Ich setzte mich auf, nahm meine Bibel und stutze als mir folgende Verse ins Auge fielen:

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes,
der uns tröstet in aller unserer Trübsal, damit wir auch trösten können, die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.“
2. Korinther 1, 3-4

Ergriffen dankte ich meinem Herrn. Alleine war ich schwach, hilflos und am Ende. Aber Gott schickte mir Seinen Trost, sodass ich, wenn auch mit Tränen in den Augen und weichen Knien, andere trösten konnte.

Du fühlst dich kraftlos, erschöpft und elend? Gott will dich trösten, ja, er kann noch mehr: selbst in deiner Trübsal, deiner Schwäche, deinem Elend ist ER stark und gibt dir die Kraft, damit du sogar andere aufrichten kannst!

DENN ICH BIN DER HERR , DEIN GOTT, DER DEINE RECHTE HAND STÄRKT UND ZU DIR SPRICHT:
FÜRCHTE DICH NICHT, ICH HELFE DIR!
Jesaja 41,13

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