„Seid dankbar in allen Dingen…“ (1. Thessalonicher 5, 18)

Ich habe diesen Satz schon oft gehört und noch öfter gelesen und immer abgetan als etwas, das jeder Christ als Selbstverständlichkeit betrachten sollte. Wenn man ein echter, wiedergeborener Christ ist, dann sollte Dankbarkeit und ein fröhliches Herz kein Ausnahmezustand, sondern die natürliche Grundeinstellung sein- richtig?

Eine Begebenheit im Sommer 2016 lehrte mich die tatsächliche Ausmaße und der Wirkung dieses Verses und ich bin Gott sehr dankbar für diese Lektion.

Nach einem sechs-wöchigen Auslandsaufenthalt kam ich nach Hause um ein paar Tage später wieder für eine Woche wegzufahren. Den Koffer mit dem ich im Ausland war, packte ich nicht neu, obwohl er viel zu groß war für diese eine Woche. Ich war schlichtweg zu faul, nach einem kleineren Koffer zu suchen und meine Klamotten umzupacken. Also nahm ich den großen Koffer mit und packte einfach ein paar frische Klamotten dazu. Mittlerweile war mein Kleiderschrank zu Hause bis auf ein paar Klamotten die ich nicht mochte und nie trug, größtenteils leer. Ich fuhr also auf diese Jugendfreizeit und hatte wahrscheinlich den größten Koffer von allen dabei. Er war sogar so groß, dass er gar nicht in unser kleines Auto passte, mit dem wir wieder zurück fahren wollten. Auf dem Hinweg war es kein Problem gewesen, denn wir kamen mit unserem Bus, den brauchten jetzt aber meine Brüder die nicht direkt nach Hause sondern weiter nach Italien fuhren. Ich fuhr mit anderen Leuten nach Hause, die für meinen Koffer keinen Platz in ihrem Kofferraum hatten.  Also entschloss ich mich dazu, meinen Koffer im Bus meiner Brüder zu lassen, ihr Trip nach Italien würde sowieso nur ein paar Tage dauern.

Am nächsten Tag, kam dann ein Anruf meiner Brüder. Der Bus war aufgebrochen worden und mein Koffer war weg. Alle meine Klamotten, alle Schuhe waren geklaut worden. Für mich war das natürlich erstmal ein Schock, denn diese Sachen zu ersetzen war für mich finanziell gar nicht möglich. Aber ich erinnerte mich sofort daran, dass alles aus irgendeinem Grund passiert. Gott hat alles in Seiner Hand und alles das uns passiert, soll uns zum Besten dienen (Römer 8,28). Ich machte mir deshalb erstmal nichts draus sondern nahm es einfach so an, mit dem Wissen, dass Gott schon einen Grund hatte wieso Er das zuließ.

Zwei Wochen später, während meiner Morgenandacht, stolperte ich dann über den Vers

1. Thessalonicher 5,18: „Seid dankbar in allen Dingen…“,

und es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Da stand „in ALLEN Dingen“! Hatte ich über das Ereignis mit dem Koffer gedankt? Nein! Ich hatte es zwar so angenommen und akzeptiert, aber wirklich dafür gedankt habe ich nicht. Also ging ich auf die Knie und dankte Gott von Herzen dafür, dass mein Koffer geklaut worden war. Ich erzählte Ihm, dass ich zwar nicht verstehe wieso das Ganze passiert ist, aber dass ich Ihm dennoch danken möchte dafür, dass Er alles in Seiner Hand hält.

Als ich fertig war mit meinem Gebet, kam meine Mutter ins Zimmer und erzählte mir, dass zwei Briefe für mich gekommen waren. Ich sah mir diese Briefe an. Der eine war von einem anonymen Absender, es war nur meine Adresse darauf vermerkt. Der andere war von meiner Krankenkasse. Ich öffnete den anonymen Brief zuerst und konnte nicht glauben was ich da sah. Es war ein 50 € Schein gefaltet in ein Blatt Papier. Sonst nichts. Kein Brief, keine Erklärung, nur das Geld. Ungläubig hielt ich das Geld in der Hand und wusste sofort, dass Gott zu mir sprach. Er hatte mich belohnt dafür, dass ich Ihm gedankt hatte. Ich öffnete den anderen Brief, von dem ich dachte, dass es nur Papierkram war. Aber auch hier war ich erstaunt zu lesen, dass meine Krankenkasse mir 160 € gezahlte Beiträge zurückerstatten möchte. Ich hatte meine Lektion verstanden.

In den folgenden Wochen kam durch verschiedene Umstände immer mehr Geld dazu und am Ende hatte ich ungefähr die Summe zusammen, die ich verloren hatte.

Das Ereignis mit dem Koffer ist vielleicht eine Kleinigkeit, aber es hat mich dennoch eine Menge gelehrt. Ich habe gelernt, was es heißt dankbar zu sein in allen Dingen, und der Preis dafür. Ich habe gelernt, dass Gott zu vertrauen heißt, Dinge mit dankbarem Herzen anzunehmen, auch wenn wir nicht verstehen wozu sie gut sein sollen.

Dankbar zu sein ist nicht immer einfach, aber es ist definitiv das, was Gott von uns verlangt. Wenn wir dankbar sind in allen Dingen, dann wird uns auch alles zum Besten und zum Segen dienen. Wenn wir alles dankbar annehmen können, das Gott in unserem Leben zulässt, auch wenn wir den größeren Sinn dahinter nicht verstehen, dann glauben wir ohne zu sehen (Johannes 20,29). Dann geben wir Gott Raum in unserem Leben zu wirken und große Wunder zu vollbringen.

Hast du Gott schon gedankt für die Dinge, die du gerade in deinem Leben durchmachst? Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen: Es lohnt sich! Egal wie schwer und undurchsichtig dir deine eigene Situation gerade vorkommt, Gott hat immer einen Ausweg und wenn du Ihm von Herzen dankst, dann wird Er dein Herz mit einem tiefen Frieden füllen und du wirst schon bald den Segen spüren, den Er für dich vorbereitet hat.

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