„Alle Dinge zum Besten dienen,…“ (Römer 8,28)

Vor ein paar Jahren ist mein Vater schwer erkannt. Die Diagnose hieß „Hepatitis C“ im sehr weit fortgeschrittenem Stadium. Die Zersetzung der Leber hatte schon begonnen und Heilung war nicht in Aussicht. Ich kann mich noch erinnern, als ob es gestern wäre, wie wir alle heulend im Wohnzimmer saßen, meine Eltern, meine sieben Geschwister und ich. Er hatte sehr schlechte Blutwerte und Therapien schlugen bei ihm nicht an, kurz gesagt: wir mussten uns langsam mit dem Gedanken anfreunden ihn an die Krankheit zu verlieren.

Für meine Mutter war es ein Schicksalsschlag, aber sie wusste, dass sie für uns Kinder stark bleiben musste. Und wir hatten immer noch den Glauben an einen liebenden Vater im Himmel, an den wir uns klammerten. Wir wussten, dass auch wenn wir unseren irdischen Vater verlieren würden, Gott derselbe bleiben würde und ER uns tragen wird.

Kurz nach der Diagnose, verlor mein Vater seinen Job. Die Krankheit zerrte an seinen Kräften und er war oft zu schwach irgendeiner Arbeit nachzugehen. Durch die Hormone in den Medikamenten die er nehmen musste, veränderte er sich total. Er war oft sehr reizbar und angespannt. Für uns alle was es eine sehr schwierige Zeit. Wir Kinder konnten nicht verstehen, wie aus einem liebenden, ruhigen Familienvater so schnell ein so aufbrausender Mann werden konnte. Auch für meinen Vater war es nicht einfach. Er litt unter seinen Zornausbrüchen und es tat ihm selber Leid, wenn er uns ohne besonderen Grund anschrie.

Die Situation wurde noch schlimmer, als die Zahlungen des Arbeitslosengeld eingestellt wurden. Anspruch auf Arbeitslosengeld II hatten meine Eltern durch unser Haus nicht. Wir hätten es verkaufen müssen und das wollten wir nicht, denn eine Wohnung zu finden in die wir alle reingepasst hätten, wäre unmöglich gewesen. So wuchs der Schuldenberg mit jedem Monat. Wir hatten oft nichts zu essen und lebten von dem, was die Leute in unserer Gemeinde uns gaben. Ich erinnere mich noch, dass ich einmal alle Kleidungsstücken nach Kleingeld durchsuchen musste, damit wir uns ein Laib Brot kaufen konnten.

Wir lernten unser Vertrauen völlig auf Gott zu setzen und oft war es so, dass wenn es uns am schlechtesten ging, plötzlich ein Korb voller Lebensmittel vor unserer Tür stand. Wir beteten und Gott tat Wunder. Menschen gaben, ohne zu wissen wie schlecht es uns wirklich ging und das ihre Lebensmittel das einzige war, das wir an Essen hatten.

Wir erzählten niemandem von unserer finanziellen Situation außer Gott und er tat Wunder über Wunder.

Natürlich haben wir uns damals oft gefragt, wieso Gott es zugelassen hat, aber es ist nicht unsere Aufgabe Gott nach seinen Motiven zu fragen. Wir müssen lernen Ihm zu vertrauen, gerade wenn es uns sehr schwer fällt.

Und wir haben erkannt, dass Gott uns sehr liebt und uns in seiner Hand hält. Es gibt nichts, wovon Er nicht weiß.

Es beteten viele Menschen in allen Teilen der Welt für meinen Vater und Gott war uns gnädig. Nach einem Jahr, wurde meinem Vater angeboten an der Studie eines neuen Medikaments teilzunehmen. Die Erfolge des Wirkstoffs waren noch nicht bekannt und sollten an 20 Teilnehmern getestet werden. Es ist wirklich erstaunlich, von den 20 Teilnehmern wurde nur einer gesund – mein Vater. Es war ein langer Weg zur vollständigen Genesung aber nach ca. 2 Jahren war er vollständig gesund und hatte die besten Blutwerte. Selbst die Ärzte waren erstaunt und haben gesagt, dass sie so etwas nicht erwartet haben.

Mittlerweile sind ein paar Jahr vergangen und heutzutage verstehen wir ganz deutlich wieso Gott das alles zugelassen hat. Nämlich aus demselben Grund wieso auch alles andere in unserem Leben passiert – weil Er uns liebt! Aufgrund der Krankheit waren meine Eltern gezwungen nach Möglichkeiten zu schauen wie wir etwas Geld verdienen können. So kamen wir auf die Idee, die Zimmer die leer standen in unserem Haus zu vermieten. Es war zuerst nur ein Zimmer, das wir zur kurzfristigen Vermietung freigaben, aber nach und nach kamen mehr Zimmer dazu. Meine Eltern gründeten ihre Firma undfFinanziell geht es uns jetzt viel besser, als vor der Krankheit meines Vater. Auch muss mein Vater nicht mehr arbeiten und kann seine ganze Zeit seiner Familie und der Gemeinde widmen.

Wir haben erkannt, dass uns wirklich alle Dinge zum Besten dienen. Gott hat sein Wort wieder mal bestätigt.

Wie steht es mit dir? Machst du gerade eine Phase in deinem Leben durch, die dir einfach nicht logisch erscheint? Glaub mir, Gott hat einen Plan. Er sieht alles aus der Vogelperspektive und alles was geschieht, passiert aus Liebe zu dir und aus keinem anderen Grund.

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